Wie beeinflusst Mobilfunkstrahlung die Bienen?

Bienen produzieren den bei Jung und Alt beliebten Honig. Doch das ist nicht alles. Denn als Bestäuber-Insekten sind sie besonders wichtig für unser Ökosystem. Sie sichern uns eine Vielzahl an Nahrungsmitteln und sind verantwortlich für gute Ernten sowie ökologische Artenvielfalt. Jedoch ist der Bestand der Bienen in Gefahr: 90 % der Bienenvölker verschwanden 2007 in den USA. In Europa starben 53 % der Bienen in den vergangenen zehn Jahren. Kann der stetig zunehmende Ausbau des Mobilfunknetzes dazu beigetragen haben? Dieser Frage gehen wir im Folgenden nach. Dazu betrachten wir ausgewählte Aspekte der körperlichen Beschaffenheit und des Verhaltens der Biene. Außerdem geben wir einen Überblick zur Studienlage und beleuchten die Beeinflussung der Biene durch das neue Mobilfunknetz 5G.

Bienen und elektromagnetische Strahlung

Körpertemperatur

Bienen sind wechselwarme Tiere. Was bedeutet, dass ihre Körpertemperatur mit der Umgebungstemperatur schwankt. Sie benötigen eine Körpertemperatur von 35 °C, um fliegen zu können. Die Außentemperatur muss außerdem mindestens 8 bis 10 °C betragen. Königinnen und Drohnen verlassen hingegen erst ab 15 bis 17 °C den Stock und unternehmen Begattungsflüge ab 17 bis 20 °C. Die Kältestarre tritt bei 4 bis 6 °C ein. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz ist die Erwärmung der Körpertemperatur eine Folge von Mobilfunkstrahlung. Bei Bienen kann dies negative Auswirkungen auf das Fliegen, Bestäuben der Pflanzen, die Honigproduktion und Fortpflanzung haben.

 

Orientierung

Bienen nehmen das Erdmagnetfeld wahr und benutzen dieses zur Orientierung während Sammelflügen und bei der Zellenausrichtung des Wabenbaus. Dazu richten sich Eisenpartikel, die sich im Hinterleib der Bienen befinden, nach dem Magnetfeld der Erde aus. Daher können künstlich erzeugte elektromagnetische Felder die Orientierung der Bienen stören, sodass sie beispielsweise nicht zum Bienenstock zurückfinden.

 

Kommunikation

Bienen nehmen unterschiedliche elektrische Ladungen auf der Körperoberfläche ihrer Artgenossen wahr. Außerdem können sie diese unterscheiden und erlernen ihre Bedeutung. Das fanden Wissenschaftler der Freien Universität Berlin um Professor Randolf Menzel und Uwe Greggers (2020) heraus. Die Forscher vermuten, dass die Tiere diese Fähigkeit nutzen, um untereinander zu kommunizieren. Wenn Bienen durch die Luft fliegen oder Teile ihres Körpers aneinander reiben, lädt sich dieser elektrisch auf. Desweiteren reagieren Bienen auf unterschiedlich geladene elektrische Felder mit spezifischen Bewegungen ihrer Antennenfühler, auf denen sich Sinneszellen befinden. Elektrische Felder sind entscheidend bei der Verständigung im Stock. Stört Mobilfunk die Wahrnehmung der Tiere, kann dies die Kommunikation und folglich das Sozialverhalten beeinträchtigen.

 

Die Studienlage ist kritisch

Die wissenschaftliche Datenlage zum Einfluss elektromagnetischer Strahlung auf Bienen ist ungenügend. Denn es fehlt an Freiluft-Experimenten unter realen Bedingungen. Viele Studien untersuchten lediglich Auswirkungen im Labor. Methodisch komplexe und sehr genaue Forschungen sind jedoch entscheidend. Wichtig ist es dabei, die vom Bienenkörper tatsächlich aufgenommene Energie auszuwerten sowie Krankheiten, Parasiten und Pestizide zu berücksichtigen. Im Folgenden geben wir einen kurzen Studienabriss.

 

Pilot- und Folgestudie, Universität Koblenz, Deutschland 2005 und 2006

Wissenschaftler um Professor Hermann Stever untersuchten das Rückkehrverhalten von Bienen unter dem Einfluss hochfrequenter elektromagnetischer Felder in einer Pilot- und Folgestudie. Dabei diente eine unter dem Bienenstock angebrachte DECT-Basisstation zur Exposition. Die Pilotstudie zeigte bei den bestrahlten Bienen einen höheren Verlust an zurückkehrenden Tieren als bei den nichtbestrahlten. In der Folgestudie untersuchten die Wissenschaftler mehr Bienenstöcke auf gleiche Weise. Die Ergebnisse der Pilotstudie bestätigten sich. Es kehrten etwa 60 % der nichtbestrahlten und 50 % der bestrahlten Bienen zurück.

 

Beobachtungsstudie, Panjab University, Indien 2010

Die indischen Forscher VP Sharma und Neelima Kumar verglichen in ihrer Beobachtungsstudie vier Bienenstöcke. Dabei wurden zwei Stöcke mit je zwei GSM-Mobiltelefonen bestrahlt. Im exponierten Bienenstock waren die Vermehrungsrate, das Anlegen von Vorräten und die Orientierung der Bienen deutlich schlechter.

 

Pilot- und Folgestudie, Danial Favre, Schweiz 2011 und 2017

Der Schweizer Wissenschaftler Danial Favre bestrahlte in seiner Pilotstudie Bienenstöcke mit Mobiltelefonen. Diese ließ er miteinander hörbar kommunizieren, im Standby-Modus oder ausgeschaltet. Ausschließlich im Sprachmodus reagierten die Bienen mit Pieptönen wie vor dem Ausschwärmen oder bei Störungen. Favre führt die Reaktion auf den Mobilfunk zurück und wertet sie somit als eine erhebliche Störung. In seiner Folgestudie verwendete er zur Exposition eine Anlage, die vorhandene elektromagnetische Felder von Basisstationen verstärkte. Untersucht wurden fünf Bienenstöcke mit ähnlichen Ergebnissen wie in der Pilotstudie.

 

Wie wirkt 5G-Strahlung auf Bienen?

Die Energieaufnahme der Bienen steigt bei elektromagnetischen Wellen mit Frequenzen ab 6 GHz, besonders im Bereich zwischen 12 und 24 GHz. In dieser Frequenz liegt das geplante 5G-Netz. Dadurch könnte sich die Körpertemperatur der wechselwarmen Tiere deutlich erhöhen. Schon eine geringe Änderung der Körpertemperatur macht einen großen Unterschied. Denn Temperaturen bestimmen den Lebenszyklus und das Verhalten der Bienen. Das neue 5G-Netz setzt eine größere Abdeckung durch mehr Sendemasten mit geringerer Reichweite voraus. Insbesondere wenn sich Bienen nahe den Masten aufhalten, können elektromagnetische Felder folglich größere Effekte auf sie ausüben.

 

Wie können Sie den Bienen helfen?

Die Initiative der Schwartauer Werke „bee careful“ informiert über bienenfreundliche Pflanzen, gibt Tipps zur Gestaltung eines bienenfreundlichen Gartens oder Balkons und zeigt, wie man eine Nisthilfe für Wildbienen baut.

 

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Quellen

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