Elektrosmog durch Hörgeräte − Ist Ihre Gesundheit in Gefahr?

Leiden auch Sie wie Millionen von Deutschen unter Schwerhörigkeit? Eine Studie des Instituts für Hörtechnik und Audiologie, Jade Hochschule, (2017) gibt an, dass rund 16 % der Erwachsenen in Deutschland schwerhörig sind. Wobei jeder Dritte über 50 Jahre eine Hörminderung hat. Auch junge Menschen betrifft dies von Jahr zu Jahr mehr, Musik- und Arbeitslärm sei Dank. In Deutschland besitzen etwa 2,5 Millionen Menschen ein Hörgerät. Bessere Qualitäten, kleinere Ausführungen, modernes Aussehen und vielfältige technische Finessen tragen zu ihrem gesteigerten Image bei.

 

Treten durch die zunehmenden technischen Möglichkeiten der Geräte elektromagnetische Strahlungen auf? Bergen diese gesundheitliche Risiken wie Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche? Schließlich werden Hörgeräte dauerhaft, direkt im oder am Ohr, rund 15 Stunden pro Tag, getragen. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick zu Hörgerätetypen, ihren Funktionsweisen und der gesundheitlichen Belastung. Abschließend klären wir, was Sie bei der Anschaffung einer Hörhilfe beachten sollten.

 

Welche Hörgerätetypen gibt es?

Hinter-dem-Ohr-Geräte

Quelle: DIAS GmbH

  • Bei leichter, mittlerer und schwerer Hörminderung geeignet.
  • In Deutschland die am häufigsten genutzte Bauform.
  • Mikrofon, Verstärker und Lautsprecher sitzen in einem Gehäuse hinter dem Ohr. Ein transparenter Schlauch leitet somit den Schall zu einem Ohrpassstück im äußeren Gehörgang.
  • In der Regel sind leistungsstärkere Batterien eingebaut.
  • Sie verfügen häufiger als Im-Ohr-Geräte über Schnittstellen wie Bluetooth, Telefonspule oder Audioeingang, um die Kopplung von externen Geräten zu ermöglichen.
  • Offene Versorgung: Der Gehörgang bleibt somit gut belüftet. Dadurch wird Feuchtigkeitsbildung reduziert. Die eigene Stimme, Kau- und Schluckgeräusche werden deshalb als normal wahrgenommen.

 

Im-Ohr-Geräte

Quelle: DIAS GmbH

  • Bei leichter bis mittlerer Hörminderung geeignet.
  • Geräte werden in der Ohrmuschel oder im Gehörgang getragen.
  • Der Gehörgang muss groß genug und entsprechend geformt sein.
  • Je kleiner das Gerät, desto weniger Platz bleibt für die Belüftung. Daher werden eigene Körpergeräusche oft als unnatürlich wahrgenommen.
  • Geräte sind unauffällig und daher aus kosmetischen Gründen beliebt.
  • Für Brillenträger sehr gut geeignet, denn den Brillenbügel stört kein Gehäuse hinter dem Ohr.
  • Räumliches Hören ist möglich, da der Schall direkt über die Ohrmuschel in den Gehörgang gelangt. Auch Windgeräusche treten weniger stark auf als bei Hinter-dem-Ohr-Geräte.

 

Wann, wie und warum funken Hörgeräte?

Hersteller rüsten immer mehr Hörgeräte mit Funk aus. Dabei unterscheiden sie sich bezüglich der elektromagnetischen Strahlungen. Das betrifft die Emissionsart, ihr zeitliches Auftreten und die Intensität. Entscheidend sind dabei die Funktionen eines Gerätes. Nur einfache Geräte aus dem Bereich der Kassen- und Einstiegsmodelle verfügen über keine Funktechnik. Strahlungen durch Hörgeräte werden durch Induktion oder Bluetooth bei verschiedenen Frequenzen und Bandbreiten übertragen.

 

Induktion

Bei der elektromagnetischen Induktion wird eine Technologie zur Kurzstreckenübertragung (NFMI = Near Field Magnetic Induction) eingesetzt. Die Frequenzen dafür betragen 3 bis 10 MHz. So wird die Kommunikation der beiden Hörgeräte rechts und links am Kopf zur gegenseitigen Abstimmung für bessere Höreindrücke ermöglicht. An einem Gerät vorgenommene Einstellungen wie Lautstärke und Programm werden direkt vom anderen übernommen. Benötigt werden hierbei wegen des geringen Abstandes der beiden Hörgeräte niedrige Leistungen um 1 nW (Nanowatt, ein milliardstel Watt).

 

Auch die Tonübertragung kann durch Induktion erfolgen. Dazu gibt es induktive Höranlagen in Kirchen, Theatern, Kinos, Museen oder Bildungseinrichtungen. Bei diesen werden die Audiosignale als Wechselstrom in einen Draht, die Induktionsschleife, eingespeist. Hörgeräte mit einer integrierten Telefonspule (T-Spule) nehmen diese Wechselfelder wahr. Dabei treten um die Schleife Feldstärken bis zu mehreren hundert Nanotesla (NT) im Frequenzbereich um 100 bis 5.000 Hz auf.

 

Bei elektrosensiblen Personen kann die Induktion zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Kopfschmerzen führen. Außerdem sollten Menschen mit Herzschrittmachern oder Defibrillatoren vor der Verwendung den Hersteller kontaktieren.

 

Bluetooth

Laut Bundesamt für Strahlenschutz ist Bluetooth „ein Standard für die kabellose Verbindung von Geräten über kurze Distanzen“. Oft werden hierbei sogenannte Bluetooth-Low-Energy-Sender (BLE) eingesetzt. Bluetooth nutzt Funkfrequenzen des ISM-Bands (ISM = Industrial Scientific Medical) zwischen 2,4000 und 2,4835 GHz (Gigahertz). Das sind gepulste Mikrowellen, die 1.600-mal pro Sekunde an- und abgeschaltet werden. Dafür gibt es drei Sendeleistungsklassen, die unterschiedliche Reichweiten ermöglichen:

  • 3. Klasse: bis 1 mW (Milliwatt) für Anwendungen im Nahbereich bis maximal 10 m.
  • 2. Klasse: bis 2,5 mW für Anwendungen am Büroarbeitsplatz bei Reichweiten bis zu 10 m.
  • 1. Klasse: bis 100 mW für Reichweiten von 100 m und mehr. Laut Standard müssen Geräte dieser Klasse die aktuelle Sendeleistung entsprechend dem tatsächlichen Bedarf automatisch anpassen.

 

Eingesetzt wird Bluetooth zur Kommunikation mit anderen Geräten wie Smartphone, Musikanlage, TV oder PC. Zwar ist es Vorschrift, dass Bluetooth ausschaltbar sein muss. Je mehr Funktionen darüber gesteuert werden, desto seltener ist dies jedoch der Fall. So strahlt Bluetooth je nach Anwendung dauerhaft. Hierbei werden Intensitäten erreicht, die die Richtwerte der EMF-Leitlinie Europäischen Akademie für Umweltmedizin (EUROPAEM) (2016) überschreiten. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt im Umgang mit Bluetooth „generell, dieses zu minimieren, um mögliche […] gesundheitliche Risiken gering zu halten“.

 

Was sollten Sie bei der Anschaffung eines Hörgerätes beachten?

Vor dem Kauf eines Hörgerätes sollten Sie unbedingt überprüfen, ob, wie und wann diese funken. Manche Hersteller geben über Funkaktivitäten Auskunft (Leistung, Dauer, Häufigkeit). Daher ist es wichtig, folgende Tipps zu beachten:

  • Lassen Sie sich beraten! Beachten Sie darüber hinaus die Herstellerangaben. Im Zweifel nehmen Sie außerdem messtechnische Überprüfungen vor.
  • Falls das Gerät mit Bluetooth arbeitet, schalten Sie diesen nur ein, wenn Sie ihn brauchen. Steuern Sie also möglichst wenig Anwendungen darüber.
  • Wenn Sie keine Streaming-Funktionen benötigen oder nutzen wollen, sollten Sie auch keine entsprechenden Hörgeräte kaufen.
  • Wer möglichen Risiken aus dem Weg gehen möchte, sollte demzufolge auf funkende Hörgeräte verzichten.

Die DIAS GmbH und der Deutsche Schwerhörigenbund e.V. bieten auf ihren Internetseiten zusätzlich Informationen und Hilfsangebote.

 

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Quellen

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