EHS und 5G-Netzausbau – werden wir künftig alle elektrosensibel?

Die Digitalisierung und der 5G-Netzausbau schreiten im Zeitalter von Corona mit großen Schritten voran. Was für die einen ein Segen, scheint für jene, die bereits in die letzten verbliebenen Funklöcher fliehen oder nur noch abgeschirmt vor E-Smog und Funk leben können, ein Fluch: die Elektrosensiblen.

Geschätzt wird, dass allein in Deutschland bereits Millionen Menschen elektrosensibel sind. Genaue Zahlenerhebungen gibt es nicht. Dabei könnten wir – bei kritischer Betrachtung − selbst vielleicht bald betroffen sein. Ein Grund mehr, sich das unbequeme Thema näher anzuschauen.

Elektrosensible: Vergessen, gemieden, verdrängt, ignoriert und lächerlich gemacht!

Das Thema Elektro-Hyper-Sensibilität (EHS) ist im Zeitalter des weltweiten 5G-Ausbaus, der smarten Netze, Umstellung auf Homeoffice oder der geplanten Industrie 4.0 unbequem. Zeigt es doch nicht nur den Netzbetreibern, der Wirtschaft, Politik, dem Militär, sondern auch uns, dass bei all dem Jubel um superschnellen Datentransfer und den damit einhergehenden Vorteilen mit unserer Technologie auch große gesundheitliche Risiken einhergehen (könnten).

Wer gern „Zucker“ isst, damit Geschäfte macht oder einfach nur gern das Smartphone oder Handy nutzt, möchte sicher nichts davon hören. Deshalb erleben viele Betroffene, wie sie sprichwörtlich gegen Windmühlen kämpfen oder gegen Wände reden und werden oftmals als Exoten der Gesellschaft, die unter „Einbildung“, „psychischen Problemen“ oder einem „Nocebo-Effekt“ − dem bösen Bruder des „Placebo-Effekts“ − leiden, eingestuft.

Offizielle Bedenken um die grenzenlose Zunahme elektrischer Geräte

Dabei stehen aber bei dem Thema EHS die Zeichen auf Sturm, denn schließlich sind die Länder der Erde mehr oder weniger bereit, die letzten noch bestehenden Funklöcher zu schließen, wird unser Alltag auch künftig mit immer mehr elektrischen und elektronischen Geräten gespickt oder nehmen jedes Jahr die Handyverträge, Leistungsstärken und Netzdichten zu.

Wobei öffentlich zugegeben wird, dass niemand genau abschätzen kann, wie die Summe all der elektrischen Geräte, Funkmasten und smarten Netze, die jedes für sich natürlich gesundheitliche Grenzwerte einhalten muss, dann insgesamt auf uns wirkt.

Abb. 1: Zunahme der Leistungsstärken von 2000−2010, Quelle

So können wir bereits über den Jahresbericht der Strahlenschutzkommission bei www.zeit.de am 20.10.2005 lesen:

Selbst die Strahlenschutzkommission, welche die Bundesregierung berät und nicht im Verdacht steht, Gefahren zu übertreiben, warnt in ihrem Jahresbericht: „Ein zunehmend drängendes Problem besteht darin, dass in der menschlichen Umgebung die Zahl der Geräte, die elektromagnetische Felder produzieren, dramatisch zunimmt.” Jedes einzelne Gerät bleibe zwar unterhalb der Grenzwerte, aber in der Summe bestünde durchaus die Gefahr, dass sie überschritten würden. Zudem sind diese Werte eine Art Hilfskonstruktion. Sie schließen nur aus, dass es zu einer Erwärmung von Gewebe kommt. Ob aber eine Strahlenbelastung auch unterhalb der Grenzwerte schädlich ist, gilt bis heute als umstritten. Erste Hinweise darauf gibt es durchaus, aber noch keine wissenschaftlichen Nachweise.

Damit gestehen sogar offizielle Behörden ein mögliches Risiko ein!

Als Schlussfolgerung wäre ein Appell an die Öffentlichkeit dringend notwendig, die Sache ernster zu nehmen und zu klären,

  • was Elektrosensibilität tatsächlich ist,
  • wie und wodurch sie entsteht
  • und ob an dem Phänomen der Elektrosensibilität vielleicht doch mehr dran sein könnte als nur „psychische Einbildung“, bevor das ungeklärte 5G-Thema mit den Langzeitwirkungen geklärt ist.

Elektro-Hyper-Sensibilität (EHS) − was ist das?

Doch schon bei der Frage nach einer Definition gibt es erste Probleme. Denn offiziell gibt es kein Krankheitsbild eines Elektro-Hyper-Sensiblen bzw. wird dieses nicht nur in Deutschland, sondern weltweit bis heute nicht anerkannt. Und es herrscht hier seit vielen Jahrzehnten großer Widerstand, dies von offizieller Seite anzuerkennen.

Sich dem Thema in Fernsehsendungen zur Premium-Sendezeit öffentlich zu nähern, würde bedeuten, anzuerkennen, dass hier etwas Unangenehmes in unserer Gesellschaft geschieht. Oder dass etwas mit unserer weltweit viel genutzten Technologie nicht stimmt. Was wiederum das ganze System der Unbedenklichkeit untergraben würde. Wodurch eine unbequeme Kettenreaktion ausgelöst werden könnte, die sich sicher nicht nur in sinkenden Umsatzzahlen oder dem Rückgang von Handyverträgen, sondern auch in erheblichen Schadenersatzansprüchen und großflächigen Abschirmmaßnahmen spiegeln könnte.

Newtons Gesetz von Aktion und Reaktion

Abb. 2: Newtons Gesetz von Aktion und Reaktion, Quelle

Der Versuch einer Definition

Bei Wikipedia finden wir zum Begriff „EHS“ folgendes Zitat, worin es als reine Behauptung dargestellt wird:

Als elektrosensibel werden Menschen bezeichnet, die behaupten, elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder (EMF) wahrnehmen zu können. Solche Felder werden von elektrotechnischen Anlagen erzeugt und sollen den sog. Elektrosmog verursachen. Quellen der primär technisch genutzten EMF sind zumeist Mobilfunk, Rundfunksender, Radargeräte, DECT-Telefone, WLAN, Mikrowellenherde oder Bluetooth. Andere höherfrequente Strahlungen wie Gamma-, Röntgen-, die Infrarotstrahlung oder das sichtbare Licht werden dabei nicht betrachtet, obwohl diese auch elektromagnetische Felder darstellen.

Künstliche und natürliche Felder

Sinnvoll wäre zuallererst, die Öffentlichkeit beim Thema EHS darüber aufzuklären,

  • dass es künstliche, vom Menschen geschaffene, nicht naturkonforme Felder gibt, wie die technisch erzeugten Mikrowellen, Radar, Mobilfunk etc.
  • Und natürliche Felder, an die sich das Leben insgesamt, einschließlich des Menschen, seit Jahrmillionen angepasst hat.

Forscher und Entwickler wie Dr. Florian König, die darüber seit Jahrzehnten forschen sprechen hier von Technics und Sferics.

Wobei Technics unseren Zellen sprichwörtlich dazwischenfunken und all die Probleme auslösen, die wir nachfolgend noch betrachten wollen. Während wir uns biologisch und genetisch seit Jahrmillionen an sogenannte Sferics, auch Atmos-Spherics genannt – (natürliche Felder atmosphärischen Ursprungs) angepasst haben. Wie sie bei Blitzen, Schönwetterlagen, Schlechtwetterlagen, Erdbeben (Bodensphärics) oder als Hintergrundrauschen im Radio spürbar, sichtbar, messbar und hörbar gemacht werden können.

Blitz

Abb. 3: Blitz, Quelle

Da sich künstliche und natürliche Energieformen in ihrer Wirkung grundlegend voneinander unterscheiden, reagiert schlussfolgend der menschliche Körper darauf. Was mancher mehr oder weniger sensibel spürt.

So können Wetterfühlige Energieströme in der Natur wahrnehmen und fühlen sich bei Hochdruckgebieten und Schönwetterlagen wohl und bei Schlechtwetterlagen schlecht.

Elektrosensible haben hier ebenfalls sehr feine Antennen für die Wahrnehmung elektromagnetischer, künstlich gepulster Felder entwickelt. Was Fluch oder Segen sein kann. Da wir nur jene Probleme beheben können, die wir (er)kennen.

EHS − die Symptome

Interessant hierbei ist, dass die negativen unangenehmen Folgen und gesundheitlichen Beschwerden rund um den technischen Mobilfunk historisch bereits gut dokumentiert sind und mit den ersten Funktürmen begann. Worüber ich schon in meinem Blogbeitrag „5G-Satelliten − Wahnsinn oder Wunder im Erdorbit?“ vom Juni 2021 schrieb.

Was Ärzte in ihren Praxen wahrnehmen

Interessant zum Thema EHS wird es, wenn wir die jahrelangen Beobachtungen zahlreicher Ärzte und sogar der Bundesärztekammer und ihrer seit 2002 öffentlichen Appelle an uns, die Politik und Netzbetreiber mit einbeziehen. Zitat:

Wir beobachten in den letzten Jahren bei unseren PatientInnen einen dramatischen Anstieg schwerer und chronischer Erkrankungen, insbesondere • Lern-, Konzentrations- und Verhaltensstörungen bei Kindern (z. B. Hyperaktivität) • Blutdruckentgleisungen, die medikamentös immer schwerer zu beeinflussen sind • Herzrhythmusstörungen • Herzinfarkte und Schlaganfälle immer jüngerer Menschen • hirndegenerative Erkrankungen (z. B. Morbus Alzheimer) und Epilepsie • Krebserkrankungen wie Leukämie und Hirntumore Wir beobachten außerdem ein immer zahlreicheres Auftreten von unterschiedlichen, oft bei Patienten als psychosomatisch fehlgedeuteten Störungen wie • Kopfschmerzen und Migräne • chronische Erschöpfung • innere Unruhe • Schlaflosigkeit und Tagesmüdigkeit • Ohrgeräusche • Infektanfälligkeit • Nerven- und Weichteilschmerzen, die mit üblichen Ursachen nicht erklärlich sind um nur die auffälligsten Symptome zu nennen […]

Freiburger Appell

Abb. 4: Ablichtung, Original-Flyer des Freiburger Appells aus dem Jahr 2002, Bildquelle: Privatarchiv Maik Lindner

Die Ursachen dafür identifizierten die Ärzte des Freiburger Appells so:

[…] Da uns Wohnumfeld und Gewohnheiten unserer Patienten in der Regel bekannt sind, sehen wir, speziell nach gezielter Befragung, immer häufiger einen deutlichen zeitlichen und räumlichen Zusammenhang zwischen dem Auftreten dieser Erkrankungen und dem Beginn einer Funkbelastung z. B. in Form einer • Installation einer Mobilfunkanlage im näheren Umkreis der Patienten • Intensiven Handynutzung • Anschaffung eines DECT-Schnurlos-Telefones im eigenen Haus oder in der Nachbarschaft. Wir können nicht mehr an ein rein zufälliges Zusammentreffen glauben, denn: • zu oft beobachten wir eine auffällige Häufung bestimmter Krankheiten in entsprechend funkbelasteten Gebieten oder Wohneinheiten, • zu oft bessert sich die Krankheit oder verschwinden Monate bis jahrelange Beschwerden in relativ kurzer Zeit nach Reduzierung oder Eliminierung einer Funkbelastung im direkten Umfeld des Patienten, • zu oft bestätigen zudem baubiologische Messungen außergewöhnlicher elektromagnetischer Funkintensitäten vor Ort unsere Beobachtungen […]

EHS und die offizielle Sichtweise

Damit müsste eigentlich − sogar ärztlich gefordert − einleuchten, dass mit unserer Technologie etwas nicht stimmt. Was einem rechtschaffenen Menschen sicher zum Handeln bringen würde. Doch offiziell wird leider weiterhin mehrheitlich bestritten, dass es einen solchen Zusammenhang zwischen den Symptomen, die die Ärzte des Freiburger Appells zum Mobilfunkausbau herstellten, gäbe.

Es wird behauptet, EHS-Betroffene leiden unter einem Nocebo-Effekt. Der Nocebo-Effekt ist hierbei, laut offizieller Lehrmeinung, der böse Zwillingsbruder des Placebo-Effekts. Womit gemeint ist, dass die negative Erwartungshaltung angeblich die Beschwerden auslösen soll.

Konkret meinen Forscher dieser Denkrichtung damit, dass man den Leuten nur einreden bräuchte, dass es ihnen unter Frequenzbestrahlung schlechter gehe (auch wenn diese nicht eingeschaltet wird) und es ihnen dann tatsächlich schlechter ginge (siehe auch Selbsterfüllende Prophezeiung). Was man bei einer Versuchsgruppe getestet habe, weshalb es ein Fakt und „erwiesen“ ist, dass das Problem mit den Elektrosensiblen, tatsächlich psychischer Natur ist. Also nur auf Angst und Panik beruhe. Worauf dann der Körper „ähnlich einer Scheinschwangerschaft“ reagiere.

Es lebe also die Macht der Gedanken, die ebenfalls noch von vielen bestritten wird, oder?

Das nicht ernst genommene Problem und seine Risiken

Sarkastisch ausgedrückt gibt es bei den Netzbetreibern wie der Telekom dazu einen Witz:

Seit auf dem Dach des Nachbarhauses eine Mobilfunkantenne installiert worden ist, findet Herr Meier kaum noch Schlaf. Nachts wälzt er sich mit Kopfschmerzen im Bett. Nach einer Woche hat Meier genug. Er greift zum Telefonhörer (Festnetz) und beschwert sich bei der Telekomfirma. Der Techniker, mit dem er verbunden wird, hat schlechte Neuigkeiten für ihn. „Es tut uns leid, Herr Meier, aber bald wird alles noch viel schlimmer“, sagt er. Und fügt nach einer Kunstpause innerlich triumphierend an: „Nächste Woche wird die Antenne nämlich sogar eingeschaltet.“

Durch das Nichtanerkennen einer immer größeren Zahl von EHS-Betroffenen konnte der Netzausbau unglaublich fortschreiten. Und jetzt wird bewusst politisch und wirtschaftlich angestrebt, die letzten Funklöcher zu schließen. Da es offiziell so etwas wie Elektro-Sensible (ES) oder Elektro-Hyper-Sensible (EHS) nicht gibt. Schließlich geben die offiziellen Studien keinen Anlass zur Sorge:

Zum Phänomen „elektromagnetische Hypersensibilität“ gibt es bereits seit den 1990er-Jahren Studien. Einige dieser Studien hat das Bundesamt für Strahlenschutz in der Vergangenheit selbst in Auftrag gegeben.
Der Großteil der nationalen und internationalen Studien kann keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen den Symptomen und elektromagnetischer Strahlung feststellen. So heißt es beispielsweise in einer 2009 veröffentlichten Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Offizielle Zählungen gibt es nicht

Daraus kann man konkret ableiten, dass die Ärzte des Freiburger Appells sich allesamt irren müssten und sich „aus reiner Einbildung“ mit ihren Appellen seit etwa 20 Jahren unter enormen Herausforderungen an Politik und Öffentlichkeit wenden und damit lächerlich machen (wollen).

Oder aber, dass die Zahl der Elektrosensiblen tatsächlich doch mit ständigem Netzausbau − eben offiziell nicht erfasst − zunimmt.

Selbst ein Kontakt zum Vorstand des Vereins für Elektrosensible München e.V., wie für meine themenbezogene Buchrecherche, bringt leider aktuell keine Klärung, da man antwortete:

Auch wir hätten gerne belastbare Zahlen, denn wir sehen, dass die Anzahl der Betroffenen stetig steigt. Eine offizielle Erhebung gibt es jedoch nicht und diese wird es auch nicht geben, solange die Existenz des Krankheitsbildes EHS von offizieller Seite negiert wird. Gerade im Hinblick auf den geplanten Ausbau des 5G Netzes ist eine verstärkte Aktivität aller amtlichen Entscheidungsträger zu spüren, das Problem mit den „sogenannten Elektrosensiblen“ − so der offizielle Duktus – auch weiterhin kleinzureden und kleinhalten zu können. So liegt es in der Natur der Sache, dass offizielle Schätzungen viel zu niedrig sind und die Dunkelziffer entsprechend hoch sein dürfte. Wir gehen davon aus, dass ca. 35–40 % der Bevölkerung betroffen sind […]

(Quelle: Maik Lindner: 5G-Mobilfunknetze – Strahlende Zukunft oder gefährliche Strahlung; Was erwartet uns? ISBN 978334715877, S. 114)

Burn-out als Indikator für mehr körperlichen Stress?

Die Fachwelt stellt zumindest heute fest, dass immer mehr Menschen unter dem sogenannten Burn-out-Syndrom leiden.

Gemeint sind damit chronische Erschöpfungs- und Ermüdungszustände, das Gefühl von Sinnlosigkeit, Antriebslosigkeit, innerer Leere aber auch Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit und zahlreiche weitere Symptome, die damit einhergehen.

EHS und Burn-out im Vergleich

Zwischen Burn-out und Elektrosensibilität gibt es interessanterweise und rein äußerlich betrachtet einige Parallelen wie:

  • Schlaflosigkeit und chronische Ermüdungserscheinungen,
  • Kopfschmerzen, Depressionen,
  • Kreislaufprobleme, Schwindel, Übelkeit usw.

Ursache hierfür scheint in beiden Fällen ein geschwächtes Immunsystem zu sein, dass unter einem gewissen Dauerstress steht. Wobei eine genaue Zuordnung der Fachwelt seit Jahren Probleme bereitet.

Burn-out wird jedoch mehr diskutiert und daher öffentlich stärker wahrgenommen als EHS. Burn-out-Betroffene werden deshalb heute auch ernster genommen und der Richtung „psychosomatische Beschwerden“ zugeordnet.

Diesen „Stempel“ versuchen Wissenschaftler, Politiker oder Mobilfunkbetreiber auch den Elektrosensiblen zu geben. Doch entgegen den Burn-out-Betroffenen erfahren diese – wie wir gerade durch den Freiburger Appell sahen − eine rasche Besserung ihres Gesundheitszustandes, wenn die entsprechenden Störquellen neutralisiert wurden. Was ein starkes Indiz dafür ist, dass EHS technischen und nicht psychischen Ursprungs sein kann.

Die Haken am Nocebo-Effekt und der offiziellen Sicht

In einer einzelnen Gruppe mag ein Nocebo-Effekt vielleicht tatsächlich festgestellt worden sein, doch was ist mit Studien, in denen den Patienten nichts zur Schädlichkeit gesagt wurde? Oder das Gerät ohne Wissen der Testpersonen oder der Forscher ein und ausgeschaltet wurde, was man eine Doppelblindstudie nennt?

Im Jahr 2003 wurde bereits eine solche Studie − der sogenannte TNO-Report – gemacht (TNO-Report: Effects of Global Communication System radiofrequency fields on Well Being and Cognitive Functions of human subjects with and without subjective complaints, 2003). Hierbei wurden 72 Teilnehmer – bestehend aus 36 Elektrosensiblen und 36 nicht elektrosensiblen Personen in mehreren Versuchsreihen einer kurzfristigen Bestrahlung von GSM-Funk von 0,9 Ghz und 1,8 GHz und UMTS-Funk 2,1 GHz ausgesetzt:

Die Expositionszeiten betrugen 45 Min, 90 Min. und 135 Min, gearbeitet wurde im Doppelblindverfahren, d. h., weder der Untersucher noch der Proband wussten, ob die Antenne strahlt oder nicht, ob eine reale oder nur scheinbare Placebo-Exposition durchgeführt wurde. Die Feldstärke betrug 1 V/m, was einer Leistungsflussdichte von 300 nW/cm² entspricht, einer Strahlung, die im Hauptstrahl einer 15 Watt-Antenne noch in etwa 150 m erreicht wird.

Diese Studie kam dann zu dem folgenden Resultat:

Interessanterweise zeigte sich sowohl bei der Elektrosensiblen als auch bei der nicht-elektrosensiblen Gruppe unter UMTS-Bestrahlung eine signifikante Zunahme von Störungen der „kognitiven Fähigkeiten“, als da wären Reaktionszeitverlangsamung, deutlich verminderte optische Erkennungs- Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistungen u.a. Des Weiteren wurden Symptome vegetativer Befindlichkeit bzw. „Störungen des Wohlbefindens“ untersucht, die nach der WHO-Definition als wesentlicher Teil von Gesundheit zu gelten haben.

Tiere lügen und diskutieren nicht!

Oder was geschieht mit Tieren, die neben Elektrosensiblen in ein Gebiet geführt werden, das funkbelastet ist? Wobei weder das Tier noch der begleitende Elektrosensible im dichten Wald den Sendeturm sehen können, während man die Herzfrequenz beider „Testobjekte“ bei dieser Wanderung in „unberührter“ aber funkbelasteter Natur misst? Dass die Herzfrequenz in Mobilfunkmastnähe ansteigt, demonstrierte der in Deutschland recht bekannte Elektrosensible Ulrich Weiner unter den Augen der Kameras, in einer „Galileo-Fernsehsendung“ im Jahr 2018. Was leider von den Forschern und Befürwortern des Nocebo-Effekts nicht erwähnt oder beachtet wird.

Weiterführende Gedankengänge

Wenn wir den Gedanken eines Nocebo-Effekts noch weiterspinnen, dann müssten oder könnten all die auf den Packungsbeilagen beschriebenen und möglichen Nebenwirkungen von Tabletten ebenfalls einen Nocebo-Effekt auslösen. Oder negative und brutale Fernsehsendungen einschließlich des berühmten Freitagskrimis. Woran dann Tausende – wie die EH-Sensiblen – unter Neurosen leiden müssten. Dennoch genießen wir diese „Nocebos“ weiterhin in vollen Zügen. Nicht auszudenken, was Bilder großer Terroranschläge dann bei uns auslösen (können), wie sie nach dem 11. September massiv ausgestrahlt wurden. Auch wird uns in Arztpraxen täglich (als Nocebo) und in der Werbung „eingeimpft“; zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie …

Wir sehen also mit solchen Äußerungen betreten wir einen schmalen Grat der wissenschaftlichen Beweisführung einer angeblich nicht vorhandenen Elektro-Hypersensibilität.

Die schleichende Gefahr

Parallel nehmen sowohl die Funkdichte als auch die elektronisch miteinander vernetzten Geräte oder Komponenten immer mehr zu. Vom einfachen Auto bis hin zum elektronisch gesteuerten Kühlschrank oder sekundengenauen Funkwecker, Schnurlos-Telefon und vielem mehr. − Aus der als erklärtes Ziel formulierten komplett vernetzten Welt ist es bald unmöglich zu entkommen.

Auch wachsen unsere Kinder nun damit auf und werden bereits im Mutterleib mit technischen Frequenzen in Kontakt gebracht. Weshalb wir nun in der Verantwortung stehen, uns damit gründlich und umfassend auseinanderzusetzen und zu fragen, was aus unserer Welt und Zukunft wird, in der die Nutzung des Fortschritts bereits neue Formen von Süchten hervorbringt und durch uns auf unsere Kinder abfärbt.

Abb. 5: Kind mit Handy, Quelle

Die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Belegen

Vielleicht ist es an dieser Stelle sinnvoll, sich einmal die Wirkung des Mobilfunks näher anzuschauen. Unterschieden werden muss hier zwischen:

  1. thermischen Wirkungen und Studien, die öffentlich genutzt werden, um Mobilfunktechnologie weltweit zu verbreiten. Wobei die Erwärmung von Körpergewebe im Abstand zu einer Strahlenquelle, wie einem Mobilfunkmast, gemessen wird. Worauf dann die offiziellen Grenzwerte und Argumente der Unbedenklichkeit beruhen.
  2. nichtthermischen Wirkungen und Forschungen. Welche die Wirkung auf Zellkommunikation, Herzrhythmus, Blutwerte, Schlafverhalten, Gene, die Blutgehirnschranke, Entstehung von Krebs oder Produktion von ATP, einem Nukleotid das für den Kalziumspiegel und Energielieferant in den Zellen verantwortlich ist, beeinflussen. Was seit Jahrzehnten sehr gut erforscht und belegt ist.

Der durch zu viel Bildschirmarbeit, Handykonsum oder Funkstrahlung (E-Smog) ausgelöste Energiemangel durch den ATP-Verlust und daraus resultierende Erschöpfungszustände sind insofern hochinteressant, da sie sowohl in Zusammenhang mit den Bereichen Elektrosensibilität oder Burn-out gebracht werden und gemessen werden können.

Die REFLEX-Studie − Wendepunkt in der Diskussion!

Eine dieser nun tatsächlich sogar gerichtlich bestätigten Studien ist die von mir gern erwähnte, von der EU-finanzierte REFLEX-Studie von Prof. Dr. Franz Adlkofer aus dem Jahr 2004. Zu der es heißt:

Die europäische Studie REFLEX (2004) wurde im Auftrag der EU von 12 Institutionen für ein Gesamtbudget in Höhe von 3 Millionen Euro durchgeführt. Die Studienergebnisse zeigen, dass sogar bei einem SAR-Wert von 1,3 W/kg (typisch für viele Mobiltelefone) signifikante biologische Schäden an menschlichen Zellen und insbesondere an der DNA verursacht werden. Der Kernpunkt ist, dass man endlich die nicht-thermische Wirkung von 2G-Strahlung (GSM), 3G-Strahlung (UMTS) und magnetischen Feldern aus elektrischen Anlagen und Geräten strukturell untersucht hat. Die Wirkung der elektromagnetischen Strahlung aus diesen Quellen ist der Wirkung von Röntgenstrahlung sehr ähnlich. Dies ist bemerkenswert, weil viele Physiker immer noch darauf beharren, dass hochfrequente elektromagnetische Strahlung (Mobilfunk) keine Schäden an der DNA verursachen könne, aufgrund ihrer nichtionisierenden Natur.

Damit machte sich Prof. Adlkofer mit seinem internationalen Team, bestehend aus zwölf Forschergruppen aus sieben Ländern, das die Studie begleitete, natürlich keine Freunde. Wie auch bereits 1995 Professor Ley von der Universität in Washington oder George Carlo mit der groß angelegten WTR-Studie des Interessenverbandes der Mobilfunkindustrie CTIA.

Schließlich leben wir in einer Welt, die den Globus aus dem All und erdbasierend lückenlos mit Funksendern und Empfängern bestücken will. In der es bereits im Jahr 2013 in einigen Regionen der Welt mehr Mobilfunkverträge als Einwohner (Martin Gropp, Frankfurter Allgemeine, 04.06.2013) gab und das Smartphone oder Handy seitdem einen gewaltigen stetig wachsenden Stellenwert in der digital vernetzten Gesellschaft eingenommen hat.

Gerichtsprozesse um die Wahrheit

Wie groß die Unwissenheit oder Angst der Lobby vor einer − zugegeben und faktisch bewiesenen − schädlichen Wirkung der alltäglich genutzten Funkstrahlung ist, zeigt uns die Tatsache, dass um Mobilfunkstudien sogar Gerichtsprozesse geführt werden. So war Prof. Adlkofer nicht der erste, der Prozesse wegen Fälschungsanschuldigungen gegen den mobilfunknahen Prof. Lerchl des BfS (Bundesamtes für Strahlenschutz) führte. Den dieser nach 12-jähriger kosten- und nerven-aufreibender Auseinandersetzung bis zur letzten gerichtlichen Instanz vor dem obersten Gericht glücklicherweise dennoch gewann.

Auch Forscher, wie George Carlo setzten sich erfolgreich in Prozessen sogar gegen die gesamte Mobilfunkindustrie, die ihn ursprünglich sogar mit einer 25-Millionen-Dollar-Studie beauftragt hatte, in vielen Jahren zähen Ringens um die Wahrheit vor Gericht durch. Wobei ihm der Chef des Industrieverbandes CTIA unmissverständlich zu verstehen gegeben haben soll: „Wenn du Erfolg hast, werde ich erfolgreich sein. Wenn du versagst, werde ich versagen.“

Der positive Aspekt mobilfunkkritischer Gerichtsurteile

Ohne jeden Zweifel werden durch solche Vorgehensweisen ehrliche Forscher abgeschreckt, sich mit dem Thema öffentlich und kritisch auseinanderzusetzen. Müssen diese doch mit Repressalien, Gerichtsprozessen oder sogar wie Prof. Semm – ehemaliger Mitarbeiter der Telekom − mit Jobverlust rechnen.

Durch diese Gerichtsurteile zugunsten großer Forschungen und aufrichtiger Forscher ist jedoch offiziell auch bestätigt, dass Mobilfunk und Handynutzung Genschäden oder viele andere Leiden verursacht und damit in den Langzeitfolgen Krebs und Tumorbildung auslösen kann. Da Zell- und DNA-Schäden die Vorstufe zur Krebsentstehung sind. Womit wiederum indirekt oder direkt EHS und all die damit einhergehenden Symptome Bestätigung finden.

So ist nicht verwunderlich, dass auch Nachfolgeprojekte der REFLEX-Studie von Professor Wilhelm Mosgöller vom Institut für Krebsforschung der Medizinischen Universität Wien mit seinen Ergebnissen parallel zu den öffentlichen Fälschungsvorwürfen gegen Prof. Adlkofer seine Ergebnisse nochmals bestätigen. So wie auch die amerikanische NTP-Studie von 2016, die Ramazzini-Studie der Universität Bologna (2016) oder die österreichische AUVA-Studie.

Die Wahrheit und ihre Folgen

Damit müsste eigentlich heute eine große und öffentliche Diskussion einsetzen, oder? Doch findet diese tatsächlich statt? Oder nur in bestimmten Foren, die sich dem Thema kritisch und kontrovers nähern? Wenn wir – biblisch gesehen – an unseren Taten erkannt werden, was würde hier wohl die Göttin Justitia sagen, wenn wir Wahrheit, Teilwahrheit und Falschinformation in eine Waagschale legten?

Abb. 6: Justitia, Quelle

Also sind solche Gerichtsentscheide ein großer Erfolg für die wirklich an Aufklärung interessierten Menschen. Zeigt es uns doch, dass die Wahrheit über die Unwahrheit sogar in Zeiten von Big Data gewinnt.

Zitat:

Das Urteil ist für alle Menschen, die sich seit vielen Jahren mit den gesundheitlichen Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung auseinandersetzen von enormer Bedeutung: Auf der einen Seite haben Wissenschaftler nun die Möglichkeit, auf der Basis der REFLEX-Studie weiter zu forschen. Auf der anderen Seite geht es jetzt darum, die Aufklärung über die schädigende Wirkung von Mobilfunkstrahlung auf den Körper voranzutreiben.

Unwissenheit und die unterschätzte Gefahr

Schlussfolgernd zeigen sich im globalen Denken viele unterschätze Gefahrenpotentiale. Denn viele, oder sogar der Großteil der Menschen, meinen, es gehe ihnen gut und sie verkraften das schon. Oder zumindest müssten sie ja sehen, wie die Leute davon krank würden. Oder irgendetwas davon spüren. Außerdem müssten uns die öffentlichen Netzbetreiber oder Behörden und Ämter hierüber ja auch aufklären. Schließlich arbeiten diese renommierten Forschungsinstitute für sich. Dass diese auffallend mobilfunkpositiv forschen, nur thermische Wirkungen anerkennen, oftmals mit den Netzbetreibern „vernetzt“ und daher nicht immer unabhängig/neutral sind, da sie finanzielle Zuwendungen erhalten, wird dabei leider oft vergessen. Und dass wir die EHS-Betroffenen nicht sehen, weil sie in den letzten Funklöchern fern unserer vernetzten (Gedanken)Welt leben und leiden auch. Weshalb wir in Deutschland nun mit 5G eine Strahlenbelastung von bisher 5 V/m auf künftig bis zu 61 V/m als noch gesundheitlich unbedenklich genehmigen, statt enorm zu reduzieren.

Interessant beim Festlegen der Grenzwerte ist, dass in Ländern wie der Schweiz oder Italien diese bei 6 V/m als gesundheitlich unbedenklich eingestuft werden. „Gesundheitlich unbedenklich“ ist also etwas, das individuell verhandelt werden kann. Wobei die Länder sich tendenziell wohl mehr oder weniger an den Wünschen der Industrie statt der Bevölkerung orientieren.

Das Leben und der Kampf der EHS-Betroffenen

Doch EHS-Betroffene geben nicht auf. Kämpfen mit Plakataktionen oder sogar Hungerstreiks gegen den weltweiten Netzausbau und eine sich ständig mehr erhöhende Leistungsdichte und -stärke, weil sie am eigenen Leib erfahren, was unsere Technologie ihnen für gesundheitliche Beschwerden verursacht.

Ein junges Paar ist glücklich über sein neugeborenes Baby, aber das Glück wurde von Angst überschattet, als das Baby plötzlich schwere epileptische Anfälle bekam. Es war jedes Mal lebensgefährlich, und sie mussten zur Notaufnahme in das Krankenhaus fahren… Eines Tages entdeckte die Mutter eine seltsame Installation auf dem gegenüberliegenden Haus. Jemand klärte sie darüber auf, dass das eine UMTS-Mobilfunkantenne war. Sie begann darüber nachzudenken, ob diese Antenne der Grund für die Anfälle sein könnte und fragte einen Experten, der bestätigte, dass es bereits Forschungsergebnisse gibt, die darauf hinweisen. Die Eltern bekamen den Rat, mit ihrem Kind versuchsweise einen strahlungsarmen Ort aufzusuchen und auch keine Mobilfunktelefone oder andere elektronischen Geräte dorthin mitzunehmen. Das taten sie und die Anfälle hörten sogleich auf.

(Quelle: Dr. Gunilla Ladberg: Ein schönes Gefängnis – Auf der Flucht vor Elektrizität und Mobilfunkstrahlung, S. 49/Vertrieb über Bürgerwelle e.V.)

Abb. 6: Plakataktion zum offiziell noch nicht anerkannten Tag der Elektrosensiblen am 16.06.2021 Quelle: Mit freundlicher Genehmigung D. Roloff/Friedensinitiative Dresden

Tausende, ja Millionen Menschen machen heute bereits ähnliche mehr oder wenig schreckliche Erfahrungen mit unserer Technologie. Wobei Babys noch wie die Tiere oder Insekten keine wissenschaftlichen Gerichtsprozesse führen (können) und die Praxis den Elektrosensiblen zeigt, dass sie Besserung erfahren, wenn die Störquellen beseitigt wurden.

Fragen an eine bald komplett vernetzte Welt

Niemand möchte natürlich, dass er selbst oder sein Kind betroffen ist. Doch ist die Gefahr im Zeitalter des „Internet of Things“ (IoT) latent um ein Vielfaches größer geworden. So wirft das immer mehr Fragen auf, beispielsweise:

  • wie wir als Gesellschaft damit umgehen (wollen)
  • wo Betroffene in einer komplett vernetzten Welt und heute künftig leben sollen, um noch Teil der Gesellschaft zu bleiben,
  • wie diese offensichtlich wachsende, unbekannte Gruppe ihren Lebensunterhalt bestreiten soll
  • und wann wir damit beginnen, die Sache etwas ernster zu nehmen und das Thema wissenschaftlich, sachlich und politisch-öffentlich anzugehen?

Zitat eines EHS-Betroffenen:

Björn: Von Nachbarn und Freunden geht eine ständige Bedrohung aus, denn man weiß nie, wann sie kommen und ob sie etwas dabeihaben, was man nicht verträgt. Und es kann passieren, dass Nachbarn mit eingeschalteten Mobiltelefonen über unser Grundstück laufen und testen wollen, ob wir wirklich reagieren. Stell dir mal vor, man würde so mit einem Nussallergiker umgehen. In das Essen Nüsse hineinschmuggeln, um zu testen, ob er davon krank wird … Man ist eben ein Stück Freiwild.

(Quelle: Dr. Gunilla Ladberg: Ein schönes Gefängnis – Auf der Flucht vor Elektrizität und Mobilfunkstrahlung, S. 48/Vertrieb über Bürgerwelle e.V.)

Nicht nur die Behörden, Politiker, Netzbetreiber oder Gesundheitsorganisationen bzw. viele Ärzte befinden demnach sich in einem latenten Zustand der Unwissenheit was die wachsende EH-Sensibilität der Bevölkerung betrifft, sondern auch der einfache Nachbar. Welcher spaßhalber auch einmal das Handy einschaltet, um zu sehen, ob der EHS-Betroffene dann wirklich Reaktionen zeigt. Dabei könnten wir selbst bald die nächsten Betroffenen sein.

Familiäre und finanzielle Herausforderungen EHS-Betroffener

Außerdem haben EHS-Betroffene nicht nur mit physischen Leiden zu kämpfen, sondern erleben oft auch ein Ausgegrenzt-Sein in der Gesellschaft oder sogar innerhalb der eigenen Familien. Obwohl die Grundrechte jeden Bürgers in der UN-Menschenrechtskonvention festgelegt wurden, wie:

  • das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person (Artikel 3)
  • niemand darf Folter oder grausamer erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden (Artikel 5)
  • niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seiner Familie, seiner Wohnung … ausgesetzt werden oder jeder hat Anspruch auf rechtlichen Schutz vor solchen Eingriffen und Beeinträchtigungen … (Artikel 12)
  • jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen (Artikel 13)

Doch haben Millionen EHS-Betroffene tatsächlich diese Rechte?

Was bedeuten diese Rechte für die Elektrosensiblen? „Sicherheit der Person“, wenn man krank machender Strahlung ausgesetzt ist? – „Freie Beweglichkeit“, wenn man nicht mehr in einem gewöhnlichen Verkehrsmittel fahren kann? – „Freizügigkeit“, wenn man fast nirgends einen Ort mehr findet, wo man wohnen kann? – Niemand darf „erniedrigend behandelt“ werden, – wie sollen wir das Verhalten von Ärzten und Beamten nennen, von dem viele meiner Freunde berichteten?

(Quelle: Dr. Gunilla Ladberg: Ein schönes Gefängnis – Auf der Flucht vor Elektrizität und Mobilfunkstrahlung, S. 72/Vertrieb über Bürgerwelle e.V.)

Hinzu kommt für EHS-Betroffene oft auch der finanzielle Ruin. Da das Krankheitsbild offiziell geleugnet wird, bekommen sie keine Hilfen vom Staat. Selbst jene, die ein Haus oder Ersparnisse besitzen, brauchen diese bald für Wohnungssuche, Umzüge oder Lebenshaltungskosten auf. Krankengeld von Versicherungen zu bekommen, wenn EHS offiziell als Krankheit bestritten wird, ist ebenfalls für EHS-Betroffene ein Kampf.

Und auch innerhalb der Familie gibt es für EHS-Betroffene Spannungen. Denn wer möchte auf Smartphone, Laptop, Facebook, Onlinebestellung, Marketing, Banking und Online-Geschäfte im Zeitalter der corona-bedingten Umstellung auf Digitalisierung aller Lebensbereiche verzichten? Wer möchte nur noch mit Kerzen sitzen, Mensch-ärgere-dich-nicht spielen und das Neueste vom Neuen wie die 20-Uhr-Nachrichten im Fernsehen verpassen? Oder beim neuesten Auto auf Elektronik verzichten?

Und doch könnten wir, wie schon erwähnt, alle bald selbst zu den Betroffenen zählen und müssten unser Leben, unsere Beziehungen und unseren Platz in der Gesellschaft damit völlig neu definieren.

Fazit

Wir sind mit dem Netzausbau einer schleichenden, ständig wachsenden Gefahr, EH-sensibel zu werden, ausgesetzt.

Schließlich wird die Funkdichte immer größer und die elektronisch miteinander vernetzten Geräte oder Komponenten nehmen immer mehr zu. Vom einfachen Auto bis hin zum Kühlschrank oder sekundengenauen Funkwecker, Schnurlos-Telefon; aus der als erklärtes Ziel formulierten komplett vernetzten Welt gibt es bald kein Entkommen. Was Bargeldabschaffung, Onlinehandel und Umstellung auf Homeoffice noch verstärken wird.

Die Studien der EHS-Kritiker weisen dabei erhebliche Mängel auf und stützen sich lediglich auf Symptome, äußere thermische Wirkungen oder Effekte, die angeblich durch Einbildung entstehen, welche den Körper beeinflusst.

Tatsächlich müssten hier auch die inneren Wirkungen auf Zellen oder Blutbildveränderungen usw., wie sie durch die REFLEX-Studie nachgewiesen wurden, mit einbezogen werden. Denn durch Mobilfunk oder DECT-Telefonstrahlung ausgelöste Zellschäden verursachen mit großer Wahrscheinlichkeit Immunschwäche, weshalb wir uns nach langer Bildschirmarbeit erschöpft fühlen. Diese Immunschwäche verursacht wiederum eine ganze Reihe von Nebenwirkungen, die bei Elektrosensibilität auftritt und seit Langem wahrgenommen wird. Da die Beschwerden meist verschwinden, wenn die Strahlungsquellen abgeschirmt, neutralisiert oder abgeschaltet werden, ist hier ein signifikanter Zusammenhang zwischen Technologie und Gesundheit erkennbar.

Deshalb ist es im Zeitalter alles durchdringender Funknetze unerlässlich, Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Gegenmaßnahmen: Was wir tun können

1. Wissen aneignen

Als erstes und wichtigstes Ziel steht natürlich die Aneignung von Wissen über das Für und Wider unserer seit Einführung schädlichen Funktechnologie auf dem Plan. Denn ohne Wissen um die schädliche Wirkung kann man auch keine Gegenmaßnahmen einleiten.

2. Offenheit

Das setzt natürlich eine gewisse geistige Reife und Offenheit, sich mit dem Thema einmal tiefergehend und kontrovers auseinandersetzen zu wollen, voraus. Wenn der Wille nicht da ist, sich auch mit den negativen Wirkungen auseinanderzusetzen, bringen die besten Argumente nichts. Leider ist in diesem Bereich noch sehr viel Aufklärungsbereitschaft zu leisten, da mit immer weiter voranschreitendem Netzausbau und der Vernetzung aller Dinge (Internet of Things) der Eindruck entsteht, es handele sich um eine unschädliche Technologie. Doch umfassende seriöse Studien wie die REFLEX-Studie belegen, das ist sie NICHT!

3. Die Bereitschaft umzudenken

Nachdem wir offen sind, uns damit neutral, kontrovers und kritisch auseinanderzusetzen und Wissen aus allen verfügbaren Blickwinkeln und Studien angeschaut und verinnerlicht haben, wird natürlich der Wunsch nach Veränderung geboren. Vorausgesetzt, wir glauben den Kritikern an der Mobilfunkthematik und nicht den Schönfärbern. Für die Krebs bei Ratten zwar auftritt, aber beim Menschen nicht wahrscheinlich ist. Und gehören nicht bis zum letzten Atemzug zu den Leuten, die symbolisch auf der Titanic feiern, während das Schiff Leck geschlagen hat. Und das riesige Schiff des Mobilfunks, das mit 5G nun alle Lebensbereiche durchdringen will, auf dem unsere Zivilisation aufbaut, hat auch Lecks. Diese sind – ich betone es nochmals – in den nichtthermischen Wirkungen zu finden. Wer diese ignoriert, handelt grob fahrlässig.

So wird der offene Mensch und mit Wissen ausgestattete Theoretiker sich also umschauen und fragen, was er für sich, seine Lieben oder die ihm anvertrauten Lebewesen denn tun kann, um sich zu schützen, und stößt auf verschiedene Möglichkeiten:

4. Flucht

Ein Weg wäre natürlich, einfach in funkfreie Gebiete zu fliehen. Die es nun aber – wir erinnern uns an meinen letzten Beitrag zu den Satelliten im Erdorbit – bald nicht mehr geben wird. Da der Visionär „Elon Musk“ wie besessen scheint, die Erde „in einen Mikrowellenherd“ zu stecken.

5. Rückkehr zu einer Zeit ohne Funkbelastung?

Immer mehr Menschen sehnen sich nach mehr Natürlichkeit. Aussteigen oder die Off-the-grid-Bewegung der USA sind weltweit zu einem Trend geworden. Der Fotograf und Autor Eric Valli war verblüfft über die große Gegenbewegung, die hier im Zeitalter des Internets der Dinge um sich greift (siehe in: Eric Valli: Leben in der Wildnis-Begegnung mit Aussteigern, Knesebeck-Verlag 2012). Leben wir also in einem Zeitalter der beginnenden Umkehr zum Einfachen? Wo immer mehr Menschen den Hype der Digitalisierung nicht mitmachen wollen? Diese Möglichkeit sehen auch führende KI-Entwickler wie Max Tegmark als Wahrscheinlichkeit voraus.

6. Abschirmung und Neutralisierung

Ein dritter Weg wäre, alles was strahlt, − so wie wir es in Raumstationen machen − abzuschirmen. Hier gibt es eine so große Palette an Entwicklungen und Möglichkeiten, von Schutzanstrichen bis Gardinen, die patentiert und im Handel erhältlich, Linderung versprechen, dass es den Rahmen sprengen würde, hier alles aufzuzählen. Was uns aber zeigt, dass bereits eine große Zahl an Entwicklern tätig ist, die den Bereich E-Smogneutralisierung und Gesundheit ernst nehmen.

7. Das Immunsystem stärken

Aus Medizin und Forschung wissen wir, dass ein starkes Immunsystem der Schlüssel zur Gesundheit ist. Weshalb ein weiterer Weg mit wachsender Strahlenbelastung umzugehen, wäre, das Immunsystem in eine starke, uneinnehmbare Festung zu verwandeln. Wobei hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel oder andere kraftspendende Dinge hier sicher förderlich sind. Auch hier ist die Auswahl wieder groß und überlasse ich es dem Leser, sich damit zu befassen.

8. Funkfreie Schutzzonen und E-Smog-neutrale oder strahlenfreie Orte einrichten

Der ebenfalls in meinem letzten Beitrag erwähnte Professor Dr.-Ing. Wilfried Kühling schlägt in seiner 2021 erschienenen Schrift unter dem Titel Mit Planungsrichtwerten die Vorsorge vor Mobilfunkstrahlung auf Gemeindeebene verbindlich umsetzen vor, beim Netzausbau funkfreie Zonen mit zu integrieren.

Das hätte zumindest den Vorteil, dass unser Körper die Gelegenheit bekommt, sich von dem Dauerstress einer komplett vernetzten Welt etwas zu erholen. Wenn wir in Bereiche zurückkehren, die wieder verstrahlt sind, ginge der Stress natürlich von Neuem los, wie es umgangssprachlich so schön heißt.

9. Superschnelles Glasfaserkabel statt unzähliger Funkmasten

Glasfaserkabel wäre eine Alternative zum 5G-Funknetz. Es verfügt über enorme Bandbreiten und muss sich hinter 5G bis 9G, die in Planung sind, nicht verstecken. Die Grünen fordern beides auszubauen, so z. B. in einem Positionspapier zur Wahl aus dem Jahr 2018, das einen flächendeckenden 5G-Ausbau und ein flächendeckendes Glasfasernetz vorsieht: „[…] Wir wollen flächendeckenden Ausbau der Glasfaserinfrastruktur und einen flächendeckenden 5G-Ausbau innerhalb der nächsten zehn Jahre.“

Was uns zeigt, dass die Politik erkennt, dass man mit Glasfaser superschnell surfen kann. Und das auch noch gesundheitlich nicht so belastend.

10. Ummodulation einer schädlichen in eine unschädliche Technologie

Ein weiterer Punkt wäre, wenn wir aus einer unnatürlichen Strahlung, wie dem erst seit 100 Jahren von Menschen erfundenen künstlichen Mikrowellenfunk, eine natürliche, biologisch besser verkraftbare, nicht scharf gepulste, sondern sanftere Technologie machen würden. Eine Technologie, an die wir seit Jahrmillionen – wie die Natur und alle Lebewesen − angepasst sind. Was möglich ist, wenn wir die heutige Technik (Technics) durch Sferics ersetzen. Was das ist und wie das möglich sein könnte, darüber schreibe ich gerade ein neues Buch. Das hoffentlich bald (Mitte 2022) erscheinen wird.

Dieser Punkt wäre (m)ein persönlicher Favorit, weil wir so eine schädliche Information neutralisieren und in eine biologisch besser von allem Leben verkraftbare Information(s-Technologie) umwandeln könnten. Und technologischen Fortschritt mit ökologischer Nachhaltigkeit vereinen würden. Was den Puls der Zeit trifft und all das Kräftezehren um technologischen Fortschritt und gesundheitliche Gefahren ein Ende finden könnte. Wodurch womöglich unzählige Elektrosensible ihren Platz in der Gesellschaft wieder zurückbekämen. Diese Technologie existiert bereits, ist aber kaum oder nur wenig bekannt oder öffentlich gemacht und genutzt worden. Weshalb hierüber großer Wissensbedarf besteht.

Bio 5G_Buchcover, Maik Lindner

Abb. 7: Buchcover des neuen Buches von Maik Lindner

Exotische Möglichkeiten, die 5G eines Tages überflüssig machen könnten

Darüber hinaus gäbe es noch eine ganze Reihe an exotisch anmutenden Möglichkeiten, die Mobilfunk vielleicht sogar eines nahen Tages bald ganz überflüssig machen könnten. Die ich auch in meinem Buch 5G-Mobilfunknetze erwähne:

Hyperkommunikation wäre so eine Möglichkeit, welche z. B. Termitenstaaten praktizieren und auch in uns angelegt ist. Wissenschaftler stellten hier fest, dass beispielsweise Termiten weiterarbeiten, wenn man die Königin aus dem Bau entfernt, aber sofort alle Arbeiten einstellen, wenn man sie tötet. Oder dass menschliche Zwillinge oder innig verbundene Menschen verstärkt zu Telepathie neigen. Wobei namhafte Wissenschaftler wie Dieter Broers (Dieter Broers; Solarrevolution, DVD-Dokumentation 2012, ASIN: 3955500012) heute der Meinung sind, wir würden in einer Zeit leben, in der all das auf uns alle zukommt. Was dem 5G-Netz letztlich den Sinn nimmt, da der Mensch der Zukunft laut dieser Forscher eher spiritueller als technischer Natur sein wird.

Teleportation, Reisen mit Lichtgeschwindigkeit, Antigravitationsantrieb − wer sich damit beschäftigt, erkennt, dass ebenfalls heute emsig daran geforscht wird. Auch das könnte unsere feste Realität eines globalen oder galaktischen 5G-Netzausbaus bald in den Schatten stellen.

Die Würfel um unsere Zukunft sind also noch lange nicht gefallen.

Herzliche Grüße

Maik Lindner

5G-Mobilfunknetze_Buchcover, Maik Lindner

Abb. 8: Buchcover 1. Buch von Maik Lindner

Im Herbst 2020 erschien Maik Lindners − auch für den Laien gut verständliche − Sachbuch „5G-Mobilfunknetze“, das als umfassend recherchiertes Standardwerk zum Thema 5G und Mobilfunk gilt und neue Perspektiven aufzeigt.

Quellen

 

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Hinweis: Der Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, stellt aber nicht notwendigerweise den Standpunkt der Waveguard GmbH dar.

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Maik Lindner

Maik Lindner

Maik Lindner, geb. 1968, beschäftigt sich seit 25 Jahren mit alternativen Entwicklungen und Tendenzen in Gesellschaft, Technik, Zukunft und Leben. Oder erforscht philosophische Gedanken zum Menschsein und seinen Potentialen. Er lebt im Großraum München, arbeitet im sozialen Bereich und schreibt Bücher zu verschiedenen Themen.

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