Bluetooth-Kopfhörer und Gesundheit – Wie schädlich sind AirPods & Co?

Bluetooth-Kopfhörer sind mittlerweile weit verbreitet und gehören zum Standard-Equipment für Smartphone und Co. Apple übernimmt auch bei diesem Trend eine leitende Rolle. Denn die Entfernung des Kopfhöreranschlusses im iPhone 7 und die AirPods hatten Vorbildwirkung für die gesamte Branche. Dabei ist das erklärte Ziel von Apple die Verbesserung der Funklösungen und der Abschied von verkabelten Kopfhörern, die nun als veraltet gelten. Folglich stehen die AirPods im Mittelpunkt der aktuellen Diskussion um die Gefährdung der Gesundheit durch Bluetooth-Kopfhörer. Deshalb klären wir, was Bluetooth ist, welche Strahlenbelastung es verursacht und welches gesundheitliche Risiko damit verbunden ist.

Appell internationaler Wissenschaftler warnt vor Bluetooth-Kopfhörern

Auslöser der Debatte war 2017 der erneute Appell 250 internationaler Wissenschaftler und Ärzte an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie forderten, für mehr Sicherheit vor nicht-ionisierenden elektromagnetischen Feldern (EMF) mit strengeren Grenzwerten zu sorgen.

Die Experten warnen vor nicht-ionisierenden elektromagnetischen Feldern, wie sie von kabellosen Produkten zum Beispiel von Smartphones, Routern, Smart Metern, Babyphonen oder eben Bluetooth-Kopfhörern ausgehen. Gesundheitliche Folgen können sein:

  • ein erhöhtes Krebsrisiko
  • neurologische Erkrankungen
  • zellulärer Stress und Genschäden
  • allgemeines Unwohlsein

Was ist Bluetooth?

Der Name Bluetooth ist vom dänischen König Harald Blauzahn (Harald Blåtand/Harald I) abgeleitet. So verbirgt sich hinter der Bezeichnung ein Kapitel mittelalterlicher Geschichte der Wikinger. Denn im Laufe seiner Herrschaft Ende des 10. Jahrhunderts vereinte Harald I die dänischen Stämme untereinander.

Bluetooth ist ein Funk-Standard (WPAN), der in digitalen Geräten verbaut ist. Er ermöglicht somit eine kabellose Verbindung von Geräten über kurze Entfernung. Dabei verbindet, ähnlich wie bei WLAN oder DECT, ein hochfrequentes elektromagnetisches Feld Sender und Empfänger. Die maximale Reichweite variiert je nach Gerät zwischen 10 und 100 m. Im Büro können somit zum Beispiel PCs und Notebooks mit Druckern, Funktastaturen oder -mäusen verbunden werden. Auch werden somit kabellos Telefongespräche zwischen Handy und Headset oder Musik zwischen MP3-Player und Kopfhörer übertragen.

Welche Frequenzen nutzt Bluetooth?

Bluetooth nutzt Funkfrequenzen des ISM-Bands (Industrial Scientific Medical) zwischen 2,4000 und 2,4835 GHz. Dabei gibt es drei Sendeleistungsklassen, die verschiedene Reichweiten ermöglichen:

  • 1. Klasse: Sendeleistung bis 100 mW ab einer Reichweite von 100 m
  • 2. Klasse: Sendeleistung bis 2,5 mW ab einer Reichweite von 10 m
  • 3. Klasse: Sendeleistung bis 1 mW für Anwendungen im unmittelbaren Nahbereich bis höchstens 10 m

Geräte der Klasse 1 müssen die aktuelle Sendeleistung entsprechend dem tatsächlichen Bedarf automatisch anpassen. Die meisten der Geräte auf dem Markt gehören den Klassen 2 und 3 an. Je höher die Sendeleistung ist, desto stärker sind die elektromagnetischen Felder eines Geräts. Die tatsächlich emittierte durchschnittliche Leistung hängt jedoch in allen Klassen auch vom Betriebszustand und von der zu übermittelnden Datenmenge ab.

Bluetooth-Versionen

Die aktuelle Version ist Bluetooth 5. Seit der ersten Version im Juli 1999 haben neu eingeführte Bluetooth-Varianten deutlich:

  • den Stromverbrauch gesenkt
  • Übertragungsgeschwindigkeit, -rate und -sicherheit erhöht
  • Verbindungen stabilisiert
  • die Kompatibilität mit Geräten unterschiedlicher Hersteller optimiert

Bluetooth Version 4, seit dem vierten Quartal 2010, wird vor allem für Kleidung mit eingebauten Sensoren (Wearables) verwendet. Auch eingesetzt wird es für das Internet der Dinge (IoT). Geräte zur Haussteuerungen beispielsweise der Beleuchtungen oder Heizung (Smart Home) oder Smartwatches, Wettersensoren oder Fitnesstracker werde so bedient. Mit der Bluetooth-Version 5.0, seit Juni 2016 verfügbar, ist sogar eine Reichweite von bis zu 200 m möglich.

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Grenzwerte für Bluetooth

Strahlenschutzwerte wurden auf Basis des thermischen Effektes, also der Erwärmung des Körpergewebes, festgelegt. Somit beziehen sie sich nicht auf die Sendeleistung. Deren Grundlage sind die 1998 von der ICNIRP publizierten „Richtlinien für die Begrenzung der Exposition durch zeitlich veränderliche elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder (bis 300 GHz)“. Wenn Sie dieses Thema interessiert, dann lesen Sie unseren Blog-Beitrag „Strahlenschutzgrenzwerte − Wie entstanden sie und warum sind sie veraltet?

Die zum Schutz der Gesundheit empfohlenen Höchstwerte, auch Spezifische Absorptionsrate (SAR) genannt, betragen:

  • 0,08 W/kg gemittelt über den ganzen Körper
  • 2 W/kg lokal gemittelt über Körperteilbereiche zum Beispiel im Kopf

Bei Einhaltung der empfohlenen Höchstwerte sollen keine gesundheitlichen Risiken bestehen. SAR-Werte durch Funkwellen einzelner Bluetooth- oder WLAN-Geräte bleiben in der Regel und besonders bei körperfernem Betrieb unterhalb der empfohlenen Grenzwerte. Jedoch können bei der Positionierung z. B. des Laptops auf dem Schoß oder Bluetooth-in-Ear-Kopfhörern festgesetzte Grenzwerte überschritten werden. Somit kann gepulste Strahlung weit unterhalb der Grenzwerte in biologische Prozesse eingreifen. Geräte mit Bluetooth der Leistungsklasse 1 haben eine Reichweite von mehr als 100 m. Sie sind demnach vergleichbar mit WLAN-Routern und auch als ähnlich kritisch anzusehen, weil sie im gleichen Frequenzband arbeiten.

SAR-Wert für AirPods

Der SAR-Report für die Apple AirPods hat einen Wert von 0,466 W/kg ergeben. Sie zählen zur Sendeleistungsklasse 1. Damit haben diese Bluetooth-Kopfhörer zwar einen deutlich höheren SAR-Wert als herkömmliche Geräte, dennoch liegen sie unter dem empfohlenen SAR-Höchstwert. Jerry Philips, Biochemiker der Universität Colorado Springs weist jedoch darauf hin, dass bei Bluetooth-In-Ear-Kopfhörern wie den AirPods die Lage direkt im Gehörgang problematisch sein kann, weil sie das Gewebe dort einer unmittelbaren Strahlung aussetzt.

EMF-Selbsttest: Welchen Einfluss haben Bluetooth-Kopfhörer auf die Gesundheit

Besonders interessant ist der Selbsttest von Graham Ryan, einem amerikanischen Biochemiker und Ernährungswissenschaftler. Denn er beobachtete beim längeren Einsatz von Apples AirPods ein Unwohlsein, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsschwäche und Kopfschmerzen. Daher testete er mit einem EMF-Messgerät die Stärke der ausgesendeten Felder mit einigen Bluetooth- und verkabelten Kopfhörern: Die Dokumentation ist hier zu sehen.

Das Ergebnis: Auch verkabelte Kopfhörer strahlen, jedoch primär durch das Magnetfeld der Audiokomponenten und nur in geringem Maß. Die getesteten Over-Ear-Bluetooth-Kopfhörer senden unterschiedlich starke Felder aus. Diese verteilen sich aber auf größere Körperbereiche, weil sie nicht, wie die AirPods, direkt im Kopf stecken. Deshalb lösen wahrscheinlich weniger Unwohlsein aus. Die Kombination aus Feldstärke und Konzentration auf den Gehörgang kann somit ursächlich für die von Ryan beobachteten Beschwerden sein.

Empfehlungen und Vorsorge für Bluetooth-Kopfhörer und Gesundheit

Der Trend zu mobilen Funkanwendungen führt insgesamt zu mehr EMF-Belastung. Deshalb empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) generell, diese zu minimieren. Damit können mögliche, aber bisher nicht erkannte gesundheitliche Risiken gering gehalten werden. Insbesondere empfindliche oder bereits gesundheitlich angeschlagene Personen sollten sich keinem unnötigen Risiko aussetzen.

Einfache Schutzmaßnahmen sind:

  • Beachten Sie die vom Hersteller angegebenen Mindestabstände.
  • Falls vorhanden, stellen Sie die Reichenweitenbegrenzung ein, um die maximale Strahlungsleistung zu reduzieren.
  • Bevorzugen Sie Kabelverbindungen, wenn auf Drahtlostechnik verzichtet werden kann.
  • AirTube-Kopfhörer übertragen den Schall vom in sicherem Abstand liegenden Lautsprecher ins Ohr. Durch diese Unterbrechung wird keine Strahlung in den Kopfbereich geleitet.

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Quelle

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Anne Usadel

Anne Usadel

Anne Usadel M.A. hat Literatur- und Sprachwissenschaften studiert. Seither arbeitet sie als freie Lektorin in den Bereichen Kunst, Kultur und Gesundheit. Bereits seit 2015 recherchiert sie zum Thema Elektrosmog für Waveguard.

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